Hundeschule par excellence

Sie haben sich einen Hund zugelegt und seit der Dauerbeschallung im Fernsehen von Rütter und Co. wissen Sie auch, wie wichtig es ist, dass ihr Liebling die Schulbank drückt und sein Sozialverhalten zu mindestens mit

„er war stets bemüht”

absolviert.

Der Klügere gibt nach

Soweit so gut. Sie haben Ihre Pumps oder schicken Lederhalbschuhe offiziell gegen Gummistiefel eingetauscht sind nun stolzer Besitzer einer Funktionsjacke und einem Leckerlibeutel zum umschnallen, ich gratuliere Ihnen. Denn gerade der Leckerlibeutel ist unauffällig auffällig und zeigt anderen Hundebesitzern, dass sie zur der Gruppe pädagogisch Wertvollen gehören. In einer guten Hundeschule ist Gewalt natürlich keine Lösung sondern vielmehr sogenanntes Konfliktmanagement. Falls sie also doch mal einen Wutausbruch haben sollten, werden sie direkt auf die rote Couch verfrachtet und es wird sicherlich ihre Kindheit daran schuld sein.

Da Sie weder mit einer übergewichtigen, etwas zu maskulinen Hundetrainerin ihren Namen tanzen oder in eine Paarberatung mit ihrem Hund wollen, tun Sie am besten nichts, was der Rütter nicht auch tun würde.

Die Hundeschule ist ebenfalls ein perfekter Ort um sich untereinander auszutauschen, wer wohin pinkelt oder gar schon das Beinchen heben kann.

Schwanzvergleich der Hunde oder doch der Herrchen?

Wie auch immer, wenn sie einen wohl erzogenen Hund haben möchten, der sich benimmt wie die Queen und nicht wie ihr versoffener Enkel Harry, dann sollten Sie die Ausbildung ihres Vierbeiners definitiv nur einem Profi überlassen.
Wer hat an der Uhr gedreht?

Wie haben das eigentlich die Leute früher gemacht ohne Hundetrainer? Die Antwort ist relativ leicht. In keiner Zeit zuvor war es so wichtig wie heute kommunikativ zu sein und über ein gutes soziales Netzwerk zu verfügen, selbst wenn man nur ein Köter ist. Früher lauteten die meisten Hundenamen Rex oder Susi oder Pfiffi. Heute muss es schon was schicker und ausgefallener sein, sonst kann man sich auf der Hundewiese gar nicht blicken lassen. Sophie Luise, Mrs. Merkel oder wenn man es einfach mag auch nur Herr Schmidt sind heutzutage en Vogue.

Training für Hund und Herrchen

Der Trend geht in jedem Fall definitiv eher zum Zweittrainer als zu gar keinem.

Die Hundeschule vermittelt neben den klassischen Kommandos wie Sitz und Platz auch das Gefühl nicht alleine zu sein mit den alltäglichen Problemen, die man als Welpenbesitzer einfach mal los werden will, weil der eigene Partner ja Abends lieber auf der Couch liegt und Fern glotzt, anstatt sich über den Nachwuchs auszutauschen. Allerdings sind wir Herrchen ja schon über die kleinsten Fortschritte stolz wie Oskar und das haben die Welpen schneller geblickt als wir „NSA Spionage” sagen können. Und so wird aus diesem niedlichen süßen Häufchen Hund schnell ein dreimal chemisch gereinigter Rüde, der sowas von manipulierend ist, vor allem seine Augen, weil er in der Hundeschule brav seine Lektion gelernt hat. Und da fragt man sich doch wer mit wem in der Hundeschule war…

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